Über mich

Geschäftsführerin, normalperfekte Mutter, Pendlerin zwischen Heimat und Großstadt, leidenschaftlicher Bücherwurm, politisch engagiert seit Jugendzeiten, sächsisch und bodenständig, dies alles charakterisiert mich schon ganz gut.

Seit meiner Jugend bin ich politisch interessiert und engagiert. Als ich 16 war kam die Wende. In Leipzig begann die Zeit der Diskussion und Veränderung. Als gebürtige Leipzigerin, habe ich, wie Hundertausende, für freies Denken und Leben auf dem Leipziger Ring demonstriert. Das prägt mich bis heute. Ich wollte endlich frei, ohne Angst im Nacken meine Meinung sagen können, wollte studieren und reisen können, was und wohin ich will. Diese Wendedebattenkultur hat mich persönlich stark geprägt und bestimmt bis heute unsere privat sehr lebendige Frühstückskultur.

Während des Hochwassers 2002 lernte ich das Osterzgebirge intensiv kennen, bin mit einem Seilzug von der Bundeswehr in Freital-Potschappel über die Weisseritz gesaust und habe mich in die „Kuha“ in Tharandt verliebt. Gerade frisch aus Oslo zurück, folgten als erstes Spendenaktionen für den Wiederaufbau der Kuha statt die Weiterführung der Promotion. Später hat mir mein Vater, der Maler ist, jeden Winkel des Landkreises nähergebracht. Jeden Weinpfad, jedes Herrenhaus, jeden hübschen Blick von Pirna bis Glashütte.

Denn ich, die frisch gebackene Juristin und ehemalige Juso-Vorsitzende, hatte sich in die in Wilsdruff lebende politische Konkurrenz von der CDU verliebt. Geht nicht gut, sagten manche. Geht es doch! Seit 20 Jahren. Schon vor unserer Hochzeit in der Dresdner Frauenkirche wurde Freital 2003 meine Heimat. 2013 wurde es auch die CDU. Die Partei Helmut Schmidts war für mich nicht mehr sichtbar. Sie agierte für mich viel zu oft am normal arbeitenden Bürger vorbei.

Beruflich ging es für mich später nach Berlin zu einem mittelständischen Entsorgungsunternehmen. Dort habe ich gelernt, wie Politik im wahren Leben funktioniert. Das Thema Rohstoffsicherung für Deutschland war eines meiner zentralen Arbeitsfelder und ist für mich politisch nach wie vor wichtig.

Später wurde ich dort Geschäftsführerin, auch Aufsichtsrätin in Sachsen. Prägend war für mich die anfängliche Sorge meiner 150 Müllmänner, dass Sie mich nicht verstehen würden: Juristin, Elfenbeinturm, Frau… Zum Glück kam es anders: Sie verstanden mich und ich verstand sie. Der harten und wichtigen Arbeit der Müllmänner bringe ich bis heute größten Respekt entgegen und verdanke ihr meine Bodenhaftung. Gleichzeitig lernte ich als meist einzige Frau unter fast 40 Geschäftsführerkollegen auch, mich in der harten Branche durchzusetzen.

Seit 2016 baue ich mit meinem Team die Agentur für Wirtschaft und Entwicklung auf. Die Politik wollte für diesen Job jemanden aus der Wirtschaft, für den internationale Zusammenarbeit und Politik keine Fremdworte sind – konnte ich vorweisen. Aufbauen und Ergebnisse liefern liegt mir auch. Als staatliche Wirtschaftsförderung und Unternehmensberatung, mit KfW (DEG) und GIZ an Bord, hatten wir in den letzten 5 Jahren über 6500 Anfragen, viele auch aus Sachsen, einige aus unserem Landkreis. Ich bin stolz auf das, was ich im Job erreichen konnte: zufriedene Unternehmen, zufriedene Auftraggeber, von unzufriedenen Konkurrenten Kritik: Es läuft, würde ich sagen.

Nicht immer war dabei der Spagat zwischen der Rolle als Führungskraft und vollen Windeln leicht. 30 Mitarbeiter erwarten volle Präsenz und ebenso ein aktives Kindergarten- bzw. Schulkind. Ich werde nie den Katastrophentag vergessen als mir der Kitaplatz gekündigt werden sollte, da Berlin und Freital keine Einigung bei mir als Pendlerin über das gesetzlich geregelte Prozedere fanden. Das löste Fassungslosigkeit hinsichtlich der Verwaltung bei mir aus. Ich kann Frauen verstehen, die vor diesem Spagat zwischen Beruf und Familie zurückschrecken, bedaure dies aber sehr. Meiner Erfahrung nach finden sich meist Lösungen – wenn auch keine perfekten: Auch bei mir fand sich eine – ich, stolze Sächsin, musste nun eben Berlinerin werden.

Oft werde ich gefragt: Warum bewirbst du Dich? Verdienst Du da mehr? (nein!)  Ist das ein toller neuer Karriereschritt? (Oh nein: Viele halten mich sogar für völlig verrückt!) Ist das mit Deinem Mann nicht problematisch? (Vielleicht, aber wir waren schon immer beide sehr politisch und sind sehr autonome Persönlichkeiten. Wir sind ein klasse Team, aber unser jeweiliger Stil unterscheidet sich doch sehr.)

Ich bewerbe mich aus Leidenschaft für die Region! Ich möchte, dass der Landkreis nach vier Jahren ohne spürbar direkte Vertretung wieder stark in Berlin sichtbar ist! Eine Politik am unbedeutenden Katzentisch hat unsere Region nicht verdient. Ich möchte für unsere Region etwas verändern und bewegen, Kümmererin und Gesprächspartnerin sein.

Ich möchte meine Erfahrungen aus Wirtschaft und Politik, mein Herzblut und meine Leidenschaft, meine Energie und Tatkraft wieder für die Heimat einsetzen: für die Sächsische Schweiz und das Osterzgebirge.

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