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Im Gespräch mit Roman Lesch

By Mai 25, 2021No Comments

Wenn man jemanden kennenlernen möchte, dann spricht man miteinander. Deshalb lade ich regelmäßig Gäste aus meiner Heimat, Vertreter der Politik oder Wirtschaft und Menschen, die irgendwas besonderes machen zum Gespräch ein:

1. Corinna Franke-Wöller: Viele Mitglieder in der CDU bei uns in SOE hatten einen anderen Favoriten für die Kanzlerkandidatur. Gut ist sicherlich, dass nun endlich eine Entscheidung getroffen worden ist. Was wünschen Sie sich von Herrn Laschet?

Roman Lesch: Die Welt beneidet uns um unser Deutschland. Trotzdem heißt es nun, mutig anpacken. Jetzt muss dafür gesorgt werden, dass Europa gestärkt wird und die einzelnen Staaten mehr Eigenverantwortung bekommen. Die Wirtschaft braucht einen neuen Antrieb und deshalb eine Befreiung von unnötiger und belastender Bürokratie. Die Corona-Krise hat gezeigt, wie wichtig eine digitale Offensive ist, um auch im weltweiten Wettbewerb zu bestehen. Persönlich wünsche ich mir auch eine Aussöhnung mit Russland, um langfristig auch Russland in irgendeiner Form in die Europäische Union einbinden zu können.

Vieles ist in den letzten Jahren liegen geblieben. Wir waren gut. Aber Deutschland kann mehr. Jetzt darf Armin Laschet durchstarten.

2. Was waren die größten Herausforderungen in den letzten Jahren bei Ihnen in Stolpen und was wären aus Ihrer Sicht die wichtigsten politischen Handlungsfelder für die kommenden Jahre?

In ganz Sachsen wurde mit dem Wiederaufbau nach 1945 viel geleistet. Die Sachsen sind halt ein fleißiges Völkchen. Alle Kommunen haben investiert in Infrastruktur, Wirtschaft, Naturschutz, in Schulen und Kindergärten. Für die kommenden Jahre wünsche ich mir eine Stärkung der Finanzkraft der Kommunen, mehr Vertrauen in die Fähigkeiten vor Ort, mehr Freiräume und Verantwortung für die Kommunen, um letztlich auch mehr Demokratie vor Ort zu ermöglichen.

3. Haben Sie einen „Lieblingsstein“ im Elbsandsteingebirge? Und haben Sie schon mal gebooft?

Also den Einen, den besonderen Lieblingsstein habe ich nicht, es gibt viele schöne Lieblingssteine – Brand, Bärensteine, Rauenstein, Lilienstein, Affensteine, Schrammsteine….
Die sächsische Schweiz ist einfach traumhaft. Da kann ich mich nicht entscheiden bei so vielen sehenswerten Orten. Boofen war ich noch nicht aus Rücksicht auf die Natur, aber mehr aus Liebe zum eigenen Bett. Aber nach gewonnener Bundestagswahl lade ich Armin Laschet gerne mal zum „Boofen“ ein.

4. Stolpen hat aus Frauenperspektive ja einen etwas zweifelhaften Ruf. Wir leiden mit der klugen Gräfin Cosel… Was hat Sie an dieser historischen Frauenpersönlichkeit beeindruckt?

Nicht alles, was die Gräfin Cosel aus ihrem Leben gemacht hat, kann ich gutheißen. Aber Intrigen, höfisches Gehabe, Selbstnutz, all das kennen wir auch in heutigen Tagen. Beeindruckt hat mich ihre Geradlinigkeit, mit der sie auch schwierige Tage überstanden hat. 49 Jahre im Coselturm in Stolpen, obwohl sie ja früher hätte gehen können. Ich glaube, aus Rücksicht auf das sorgenfreie Leben ihrer Kinder, hat sie ihren erzwungenen Rückzug weiterhin klaglos erduldet. Sich treu bleiben. Dazu ist nicht jeder fähig. Auch nicht in der Politik.

5. Was wären aus Ihrer Sicht die wichtigsten Themen, die Sie einer/einem Bundestagsabgeordneten in den Rucksack packen würden?

Das wird zum Start eine kleine Liste. Erstmal brauch man eine Karte und einen Kompass, um nie die Richtung zu verlieren und die Menschen hier im Blick zu behalten. Natürlich braucht man auch etwas zu Essen und zu Trinken, um auch mit den Menschen auf dem gemeinsamen Weg zu rasten, zu reden und sich gemeinsam zu stärken. Ins Gepäck gehört natürlich auch ein Pflaster, wenn´s mal drücken sollte. Und selbstverständlich darf eines nicht fehlen: ein kleines „Rotkäppchen“ für den Gipfel.
Aber noch etwas zusätzlich, falls Platz ist: unser Wahlkreis wurde in Berlin in den letzten Jahren leider von niemandem gehört. Also noch ein Megafon obendrauf packen – wir sind wieder da.

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