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Im Gespräch mit Dr. Ralf Müller

By April 19, 2021Mai 5th, 2021No Comments

Wenn man jemanden kennenlernen möchte, dann spricht man miteinander. Deshalb lade ich regelmäßig Gäste aus meiner Heimat, Vertreter der Politik oder Wirtschaft und Menschen, die irgendwas besonderes machen zum Gespräch ein:

1. Corinna Franke-Wöller: Sie sind seit 2008 Bürgermeister in Dohna. In dieser langen Zeit ist einiges passiert. Was waren für Sie bislang die größten drei Herausforderung in Ihrem Amt?

Dr. Ralf Müller: Zu Beginn war es die Durchsetzung einiger wichtiger Investitionen in der Stadt, wie Schulhausanbau, Rathaussanierung, Kita-Neubau, Hochwasserschutz in Krebs. Danach hatten wir auch einige große Meilensteine wie die Unterstützung der ehrenamtlichen Arbeit in Dohna auf allen Ebenen mit der dazugehörigen finanziellen Unterstützung und der öffentlichen Wertschätzung der Arbeit. Ich bin selbst bin in vielen Vereinen im Ort aktiv und freue mich über das Engagement eines Jeden.
Heute ist der politische Umgang miteinander eine der größten Herausforderung. Wir brauchen gegenseitige Achtung und Respekt und auch Respekt vor früheren Entscheidungen. Eine große Herausforderung ist leider auch die fehlende Bereitschaft, sich mit den Argumenten der Anderen auseinanderzusetzen.

2. Sie sind ein guter Bogenschütze. Die „Kunst des Bogenschießens“ ist für mich faszinierend und ein gutes Beispiel dafür, wie lange Könnerschaft eigentlich braucht um sich entfalten zu können. Was gibt Ihnen die „Kunst des Bogenschiessens“ bei Ihrer Arbeit und im Leben?

Das Bogenschießen verbindet viele Dinge, die auch allein gut tun.
Meist bin ich an der frischen Luft und es ist ein gemeinsames Hobby meiner Frau und mir – wir verbringen also dabei viel Freizeit zusammen. Bogenschießen hilft dabei, abzuschalten und die Rückenspannung und Konzentration schulen die Muskulatur. Meine Rückenprobleme schieße ich sozusagen weg. Und natürlich kann man sich sportlich messen bis hin zu Weltmeisterschaften, an denen ich schon teilgenommen habe.

3. Gerade die Coronazeit zehrt massiv an unser aller Nerven. Gab es für Sie auch ein positives Erlebnis, welches Sie in dieser Zeit motiviert hat?

Es gibt eine Reihe positiver Erlebnisse, die Menschen entdecken das analoge Spiel miteinander – Dohna steht schon lange als Pate für das „Mensch ärgere Dich nicht“ Spiel. Lange Reisen sind nicht die einzige Erfüllung – auch in der Nachbarschaft liegen viele Reize, so auch in Dohna. Und meine Steuererklärung fürs letzte Jahr hatte ich so schnell fertig wie noch nie.

4. Mich fasziniert Kunst und in meinem „2. Leben“ würde ich wahrscheinlich eine Galerie führen und mit Kunst handeln. Welche Träume würden Sie sich in einem „2. Leben“ oder bei mehr Zeit gerne realisieren?

Nun, da mein „erstes Leben“ als Ingenieur in der Luftfahrtforschung stattgefunden hat, ist das Bürgermeisteramt sozusagen bereits mein „2. Leben“. Im 3. Leben könnte ich mir durchaus eine Herausforderung in der freien Wirtschaft oder einem anderen Geschäftsfeld vorstellen, aber zunächst will ich mich um eine 3. Amtszeit bewerben.

5. Was wären aus Ihrer Sicht die wichtigsten Themen, die Sie einer Bundestagsabgeordneten in den Rucksack packen würden?

Wichtig ist, die Probleme des Wahlkreises zu verstehen und zu erkennen, was ob und welche bundespolitische Regelung erforderlich ist. Im Gegenzug erwarte ich, dass die Auswirkung von Bundesentscheidungen auf den Wahlkreis gut abgeschätzt werden. Aktuell scheint das nicht der Fall zu sein. Wichtig ist, zu erkennen, dass die Notwendigkeit, mit „Fördermitteln“ zu arbeiten, immer ein Zeichen dafür ist, dass die Grundfinanzierung nicht passt. Vertrauen in die lokalen Gremien führt zu sinnvollen Entscheidungen vor Ort, nicht die übermäßige Kontrolle oder Erschaffung weiterer Parallelgremien.

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